Wolfram Joh. Brüggemann
Die Carusos - Zertifikat für Kindergärten

Die Carusos - Zertifikat für Kindergärten
Markus Lüdke - Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel
unter Mitarbeit von Alexandra Ziegler u.a. im Auftrag des Deutschen Chorverbandes
 
DIE CARUSOS – Standard für kindgerechtes Singen in Kindergarten und Kindertagesstätte
 
Neufassung
 
Ein Qualitätsstandard aus 5 Kriterien
 
Der DIE CARUSOS-Standard für das kindgerechte Singen im Kindergarten / in Kindertagesstätten wurde vom Deutschen Chorverband (DCV) in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Institutionen entwickelt, um eine messbare Qualität für die Förderung der musikalischen Entwicklung von Kindern im Vorschulalter in und durch das Singen zu erhalten.
 
Unter der „messbaren Qualität“ ist zu verstehen, dass der DIE CARUSOS-Standard in allen seinen nachfolgend benannten Kriterien auch quantitativ darzustellen ist. Nur so lässt er sich transparent und überprüfbar formulieren. Nur so kann er auch den Anforderungen an ein Gütesiegel genügen.
 
Die quantifizierten Bemessungsgrenzen sind in einigen Punkten bereits durch Vorschläge ergänzt, wie diese im Einzelnen nachzuweisen bzw. durch den DIE CARUSOS-Berater zu überprüfen sind.
 
1. DIE CARUSOS-Kriterium: Tägliches gemeinsames Singen
 
1.1 Es wird täglich gesungen.
 
Tägliches Singen ist die Grundvoraussetzung dafür, mit dem Instrument „Stimme“ natürlich und selbstverständlich umgehen zu lernen. Erst im regelmäßigen und alltäglichen Umgang erhält das Singen den Stellenwert einer natürlichen Lebensäußerung und vermag so das persönliche Ausdrucksspektrum insgesamt wie auch die sinnliche Entdeckung und Wahrnehmung unserer Lebenswelt zu bereichern.
 
Als Richtwert hierfür gilt, dass im Kindergarten jeden Tag mindestens 15 Minuten gesungen wird. Das entspricht etwa der Anzahl von 5 verschiedenen Liedern mit Wiederholungen oder mehreren Strophen.
 
Nachzuweisen durch eine Auflistung der musikalischen Aktivitäten in einem Beispielhaften Zeitraum von einer Woche sowie in Hospitationen des DIE CARUSOS-Beraters.
 
1.2 Es wird regelmäßig zu bestimmten Anlässen im Tagesablauf gesungen (ritualisiertes Singen).
 
Die Formen, in denen sich das tägliche Singen vollzieht, können abwechslungsreich und vielfältig sein – vom Einüben und Singen vorgegebener (notengebundener) Lieder über kreative Stimmspiele und -improvisationen bis hin zum so genannten „freien Singen“, bei dem die Initiative der Kinder aufgegriffen und fortgeführt wird, wenn diese beim Spiel spontan anfangen zu singen. Insbesondere sollte aber die Möglichkeit genutzt werden, im Tagesablauf wiederkehrende Ereignisse, gemeinsamen Aktivitäten und
Rituale mit dem Singen zu verknüpfen. Auf diese Weise trägt das Singen zur Rhythmisierung des Alltags bei.
 
Als Bemessungswert hierfür gilt, dass der Kindergarten über mindestens 3 verschiedene Rituallieder verfügt, die regelmäßig gesungen werden, als feste Bestandteile zum Tagesablauf gehören und diesen gliedern (z.B. Begrüßungslied im Morgenkreis, Lied vor dem Essen, Lied zur Verabschiedung etc. – daneben auch Geburtstagslied oder Wanderlied).
 
Nachzuweisen durch die Vorlage einer Liste aller im Kindergarten gebräuchlichen Rituallieder 
 
1.3 Es wird mit allen gesungen.
 
Auch bei unterschiedlichen Organisationsformen und Gruppenzusammensetzungen sowie bei unterschiedlichen Neigungen, Profilen und Schwerpunktsetzungen der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist gewährleistet, dass die mehrheitliche Anzahl der Kinder (z.B.: 2 von 3 bzw. 3 von 5 Gruppen) in den Genuss des täglichen Singens kommt.
 
Um dies zu gewährleisten, wird vorausgesetzt, dass der überwiegende Teil der Erzieherinnen und Erzieher einer Einrichtung in der Lage ist, das Singen in die eigene Arbeit mit den Kindern einzubeziehen und anzuleiten. Für die von den übrigen betreuten Kindern müssen Regelungen getroffen sein, die das dort fehlende Angebot auffangen.
 
Nachzuweisen durch protokollierte Tagesabläufe am Beispiel einzelner Gruppen oder Kinder (dies insbesondere bei offenen Angeboten) sowie in Hospitationen des DIE CARUSOS-Fachberaters.
 
2. DIE CARUSOS-Kriterium: Singen in kindgerechter Tonhöhe
 
Das kindliche Stimmorgan befindet sich in einem ständigen Wachstum und ist deshalb besonders sorgfältig zu behandeln. Grundbedingung einer erfolgreichen gesanglichen Erziehung im Kindergarten ist deshalb die Kenntnis der Gegebenheiten des kindlichen Stimmapparates und hier besonders der angemessenen Stimmlage.
 
Es sollte weder zu tief noch zu laut gesungen werden, da dies die Entwicklung eines sensiblen Hörgefühls beeinträchtigt und die Kinderstimme verbilden kann. Eine Schädigung der kindlichen Stimmbänder ist in jedem Fall zu vermeiden.
 
Daher müssen folgende Kriterien erfüllt werden:
 
2.1 Die gesungenen Lieder bewegen sich in der höheren Singlage.
 
In der Fachliteratur wird für das Kindergartenalter der Tonraum (d1) e1 bis e2 (f2) als ideal angegeben (vgl. hierzu die Publikationen von Paul Nitsche und Andreas Mohr). Im Prinzip ist dieser Tonraum bei Kindern nach oben offen. Aus den benannten stimmphysiologischen Gründen ist daher die Begrenzung nach unten die entscheidende.
Wichtig für die tägliche Arbeit ist die hieran ablesbare Tendenz in die höhere Lage. Die Erwachsenen sollten sich bewusst sein, dass sie den Kindern stimmlich entgegenkommen, also höher singen müssen, als sie es für sich selbst tun würden. Dann bleibt gewährleistet, dass auch Erzieherinnen und Erzieher, die meinen selber über eine eher tiefe oder dunkle Stimmen zu verfügen, sich weiterhin in das Singen mit den Kindern
einbringen können – nämlich dann, wenn sie sich in der Tendenz nach oben orientieren und zudem verstärkt Ihre Kopfstimme (d.h. den Kopf als Resonanzraum, das Kopfregister, den Kuppelklang) ausnutzen anstelle der Bruststimme bzw. Brustresonanz.
 
Als Grenzwert nach unten ist der Ton c1 festgesetzt. Dieser sollte nicht unterschritten werden (vgl. auch DIE CARUSOS-Ausschluss-Kriterien Nr. 3).
 
Nachzuweisen in Hospitationen des DIE CARUSOS-Fachberaters.
 
2.2 Die Lieder werden in kontrollierter Tonhöhe angestimmt.
 
Die anleitenden Erzieherinnen und Erzieher sind in der Lage, die Lieder mit Hilfe eines Instruments oder der Stimmgabel kontrolliert in entsprechender Tonhöhe anzustimmen.
 
Als adäquate Hilfsmittel gelten neben der Stimmgabel z.B. Glockenspiel, Gitarre, Ukulele, Harmonika, Blockflöte, Klavier o.ä.
 
Einzeln nachzuweisen in Besuchen und Hospitationen des DIE CARUSOS-Fachberaters.
 
2.3 Die hohe Singlage wird mit den Kindern geübt.
 
Dies ist geschieht dadurch, dass die Kinder
 
• regelmäßig auch in den Tonraum über c2 geführt (durchaus spielerisch und lautmalerisch etwa in Glissandoübungen, Imitationen von Tierstimmen, Gestenstern etc.) und dabei
• zum Singen in der Kopfstimme animiert werden sowie insbesondere
• gepresste und geschrieenen Töne vermieden werden.
 
Nachzuweisen in Hospitationen des DIE CARUSOS-Fachberaters.
 
3. DIE CARUSOS-Kriterium: Vielfältige und altersgemäße Liedauswahl
 
3.1 Der Kindergarten verfügt gemeinsam über einen „Schatz“ vieler Lieder, der ständig erweitert wird.
 
Dieser Liederschatz besteht aus mindestens 40 Liedern.
 
3.2 Die Lieder besitzen einen altersgerechten Anforderungsgrad.
 
Insbesondere in der Singanbahnung, d.h. in der Auswahl der ersten Lieder, ist auf folgende Gesichtspunkte zu achten:
 
• Begrenzter Tonumfang (Ambitus), der vor allem den Umfang bedient, den die Kinder leicht und locker erreichen können. (Im Laufe des Singens soll der Tonumfang nach oben wie nach unten stetig erweitert werden.) 
• Liedanfang aus dem mittleren oder höheren Tonraum, nach Möglichkeit mit einer Abwärtsbewegung. (Dies hat große stimmbildnerische Vorteile für die Kinderstimme, denn die Kopfstimme wird in die tieferen Lagen locker mitgenommen.) 
• Überwiegend Stufenmelodik, unterbrochen nur von kleineren Tonsprüngen.
• Übereinstimmung von natürlicher Wort- bzw. Silbenbetonung und melodisch-rhythmischen Schwerpunkten.
• Fassliche, gut überschaubare Lied- und Textabschnitte.
 
3.3 Die Lieder sind nach Themen, Inhalten und Anlässen aus der Lebenswirklichkeit der Kinder vielfältig und abwechslungsreich zusammengestellt.
 
Der Tages- und Jahreskreis im Kindergarten bietet unzählige Anlässe zum Singen – beginnend bei bestimmten Ritualen, wie etwa dem Stuhlkreis zur Begrüßung am Morgen oder zur Verabschiedung, über Geburtstage oder saisonale Themen und Projekte bis hin zu religiösen oder kulturellen Festen wie Ostern, Weihnachten, Martinsumzug oder Erntedankfest.
 
Bei der entsprechenden Liedauswahl folgenden Punkte müssen erfüllt werden:
 
• Die Lieder besitzen einen Bezug zur Lebenswirklichkeit der Kinder.
• Die Lieder entstammen verschiedenen Gattungen und Liedtypen (Kinderlieder, Volkslieder, Rituallieder, Tanz- und Bewegungslieder, Kirchenlieder, Spiellieder etc.).
• Es werden Lieder aus anderen Ländern und/oder Kulturen einbezogen.
 
Von den 40 Liedern aus Punkt 3.1. sind mindestens 20 traditionelle Kinder- und Volkslieder. Mindestens 4 werden in fremder Sprache gesungen.
 
3.4 Die Lieder sind nach musikalischen Gesichtspunkten vielfältig und abwechslungsreich zusammengestellt.
 
Bereits in und mit den ersten Liedern sollte Musik in ihrem ganzen Ausdrucks- und Gestaltungsreichtum vermittelt werden. Zu berücksichtigen ist dabei die Wahl von Liedern:
 
• in verschiedenen Tonarten bzw. Tongeschlechtern (neben Liedern in Dur insbesondere auch solche in Moll oder aus modalen und pentatonischen Skalen)
• in verschiedenen Taktarten (neben Liedern in geraden Taktarten wie 4/4tel und 2/4tel insbesondere auch solche in schwingenden Taktarten wie dem 3/4tel und 6/8el oder in asymmetrischen Taktarten wie dem 5/4tel)
• in unterschiedlichen Tempi
• in unterschiedlichen musikalischen Charakteren
• mit wechselnden musikalischen Anreizen und Schwierigkeitsgraden.
 
Von den 40 Liedern aus Punkt 3.1 sind mindestens 4 in Moll oder einem anderen Tongeschlecht als Dur. Mindestens 4 weisen eine andere Taktart als 4/4tel oder 2/4tel auf.
 
4. DIE CARUSOS-Kriterium: Ausgestaltung des Singens
 
Das Liedgut gilt es im Alltag zu pflegen und lebendig zu halten. Das ständige Wiederholen und Üben kann jedoch unter ständig wechselnden Aspekten erfolgen, etwa unter pädagogischen oder stimmbildnerischen Aspekten, mit Bewegung etc. Die Entwicklungsmöglichkeiten hierzu sind oft in den Liedern selbst bereits angelegt. Viele Lieder besitzen Gestaltungsanreize die über das Singen hinaus führen in einen ganzheitlichen oder ganzkörperlichen Mitvollzug. Diesen gilt es aufzugreifen und zu entwickeln.
 
Zur Ausgestaltung des Singens gehören folgende Kriterien:
 
4.1 Lieder werden durch Gesten, Fingerspiele, Bewegungsabfolgen oder Tanz begleitet.
 
4.2 Lieder werden durch kleinere Rhythmusinstrumente begleitet (Rassel, Triangel, Trommel, etc.).
 
Von den 40 Liedern aus Punkt 3.1 haben 4 ihren Schwerpunkt auf Bewegung und/oder Lautmalerei
 
5. DIE CARUSOS-Kriterium: Hoher Stellenwert des Singens im Kindergarten
 
5.1 Das tägliche Singen ist als wichtiger Bestandteil in der hauseigenen Konzeption festgeschrieben.
 
Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zertifizierung von Einrichtungen nach dem DIE CARUSOS-Standard ist, dass das kindgerechte Singen im Sinne der DIE CARUSOS-Kriterien zum Selbstverständnis der Einrichtung gehört. Spätestens nach der DIE CARUSOS-Verleihung sollte das Singen mit Kindern als wichtiger Bestandteil im hauseigenen Konzept des Kindergartens festgesetzt werden.
 
5.2 Das Kindergartenbetreuungsteam bildet sich regelmäßig musikalisch fort.
 
5.3 Die Lieder werden regelmäßig vor Publikum präsentiert.
 
Für einen Kindergarten gibt es vielfältige Anlässe, die erlernten Lieder vor einem Publikum vorzutragen. Die Einrichtung präsentiert sich damit nach außen und betont, dass in der Arbeit mit den Kindern auf die Kinderstimme und die Vermittlung von Liedern wertgelegt wird.
Das gemeinsame Singen vor anderen stärkt zudem das Kind in seiner Persönlichkeit und vermittelt ihm intensive Gemeinschaftserlebnisse. Musikalische Auftritte bekommen eine lebensgeschichtlich bedeutsame Funktion, sie haben einen hohen Erinnerungswert.
 
Besondere Möglichkeiten für das öffentliche Singen sind:
 
• Tag der offenen Tür (Oft gibt es zu diesem Anlass ein eigens komponiertes oder umgetextetes Lied, das die Identifikation mit dem Haus fördert und den Stolz weckt.)
• Martinsumzug (Dieser traditionelle Umzug mit seinen bekannten Liedern gehört zu dem am stärksten gepflegten Brauch deutscher Kindergärten. Das gemeinsame Singen beim Lauf in der Dunkelheit prägt sich besonders stark ein.)
• Sommerkonzert (Das Kindergartenjahr findet seinen Abschluss, die „Großen“ werden in die Schule entlassen. Ein für viele Kinder einschneidender, erster bewusst erlebter Lebensabschnitt geht zu Ende. Die gemeinsam gesungenen Lieder nehmen die Kinder als Liederschatz mit in ihre neue Umgebung, wo er Trost und Geborgenheit spenden kann.)
• Erntedankfest
• Weihnachtssingen
• Singen im Altenheim
 
DIE CARUSOS-Ausschluss-Kriterien
 
Das DIE CARUSOS-Gütesiegel ist ein Qualitätsstandard. Das bedeutet, dass auf die Wahrung der Qualität größter Wert gelegt werden muss und dass es Ausschlusskriterien (sog. K.O.- Kriterien) gibt, die eine Zertifizierung mit dem DIE CARUSOS-Zertifikat verbieten. Sollte ein Kindergarten bei der Auditierung gegen eine dieser Kriterien verstoßen, ist eine erfolgreiche DIE CARUSOS-Zertifizierung vorerst ausgeschlossen.
 
Im Folgenden werden vier solcher Ausschlusskriterien genannt. Wenn nur einer dieser Punkte zutrifft, ist eine erfolgreiche Zertifizierung mit dem DIE CARUSOS – Standard ausgeschlossen.
 
1. DIE CARUSOS – Ausschluss – Kriterium: Die ganze Einrichtung wird zertifiziert
 
Wird einer Einrichtung das DIE CARUSOS-Gütesiegel verliehen, so geschieht das umfassend für die gesamte Arbeit des Kindergartens und aller seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Nach außen – etwa als Entscheidungshilfe für Eltern, ob sie ihr Kind in dieser Einrichtung anmelden oder in einen anderen – wäre eine differenzierte Zertifizierung, die lediglich einzelne Teilbereiche auszeichnet, ohnehin weder hilfreich noch darstellbar.
 
Die Plakette ist „am Haus“ angebracht und deshalb muss sich die gesamte Einrichtung und aller dort tätigen Kräfte der Einhaltung der damit verbundenen Qualitätskriterien verpflichtet fühlen. Sollte es in einem Kindergarten beispielsweise mehr als nur eine Gruppe geben, so muss der DIE CARUSOS-Standard in allen Gruppen erfüllt sein. Es genügt auch nicht, wenn in einer offenen Einrichtung nur einzelne Erzieherinnen für das Singen mit den Kindern zuständig sind und die Teilnahme am Singangebot freiwillig ist. Hier kann allein das tägliche Singen (DIE CARUSOS-Kriterium 1) nicht für alle Kinder gewährleistet werden.
 
Kindergärten, in denen ausschließlich einzelne Bereiche, frei wählbare Angebote oder die Arbeit einzelner Erzieherinnen den Qualitätskriterien genügen, sind von der Zertifizierung nach dem DIE CARUSOS-Standard ausgeschlossen.
 
2. DIE CARUSOS – Ausschluss – Kriterium: Nutzung von Fremdangeboten
 
Der DIE CARUSOS ist auch eine Auszeichnung für das Mitarbeiterteam, welches das tägliche und kindgerechte Singen durchführt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Kindergartens sollten sich deshalb dem Ziel der Förderung des kindgerechten Singens verpflichtet fühlen.
 
Dabei können durchaus ergänzende musikalische Zusatzangebote von außen (etwa von Musikschullehrkräften oder Kirchenmusikern) in die Arbeit der Einrichtung eingebunden werden. Dies kann insbesondere dann für sinnvoll erachtet werden, wenn die eigenen Bemühungen um das kindgerechte Singen noch in der Entwicklung befindlich sind.
Solche Unterstützung von außen ist aber immer nur als ergänzendes Angebot zu verstehen, welche das eigene Engagement nicht zu ersetzen vermag.
 
Kindergärten, die ausschließlich Fremdangebote nutzen, sind von der Zertifizierung nach dem DIE CARUSOS-Standard ausgeschlossen.
 
3. DIE CARUSOS – Ausschluss – Kriterium: Kindgerechte Tonlage
 
Das gemeinsame Singen im Kindergarten sollte den als untere Grenze festgesetzten Ton c1 nicht unterschreiten (vgl. DIE CARUSOS-Kriterium 2.1).
Kindergärten, in denen häufig oder gar dauerhaft zu tief, d.h. unterhalb dieser Grenze gesungen wird (ob bewusst oder unbewusst), sind von der Zertifizierung nach dem DIE CARUSOS-Standard ausgeschlossen.
 
4. DIE CARUSOS – Ausschluss – Kriterium: Mediennutzung
 
Medien können die musikalische Arbeit und das Singen bereichern. Jedoch sind sie mit Bedacht einzusetzen. Zum einen muss sichergestellt sein, dass auch sie dem DIE CARUSOS-Standard genügen (insbesondere im Hinblick auf die kindgerechte hohe Tonlage, auf die musikalische Qualität der Produktion, die Anreize und Angebote zum Mitsingen etc.).
Zum andern dürfen sie das lebendige Singen, in denen Musik ganz ohne technische Hilfsmittel in wechselseitiger Interaktion miteinander zu erleben und zu gestalten ist, nicht ersetzen.
 
Hier gilt also gleiches wie bei der Nutzung von Fremdangeboten: Die Verantwortung für das Singen mit Kindern darf nicht an Dritte abgetreten werden – und sei es, wie in diesem Fall, an einen CD-Player bzw. die Macher von Tonträgern und Playbacks.
 
Kindergärten, in denen ausschließlich zu elektronischen Medien gesungen wird, sind von der Zertifizierung nach dem DIE CARUSOS-Standard ausgeschlossen.
 
 
Gültigkeit der DIE CARUSOS – Zertifizierung
 
Die Zertifizierung wird für 3 Jahre erteilt und erlischt dann automatisch. Ein Fortsetzungsantrag muss rechtzeitig gestellt werden. Sollte es zu keiner Verlängerung kommen, verpflichtet sich der Kindergarten/die Kindertagesstätte die Plakette von der Hauswand zu entfernen.